Cyberkriminalität im Höhenflug – Bedrohung erkennen, Schaden verhindern
Cyberkriminalität ist ein grosses Wort, das aber in vielerlei Unternehmen so oft im
Gebrauch ist, dass es wiederum schon fast an Bedrohlichkeit verliert. Nicht so in der
Realität: Laut dem Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) nimmt die Anzahl der Vorfälle im Bereich Cyberkriminalität jedes Jahr drastisch zu – allein im zweiten Halbjahr 2024 gab es über 28'165 Meldungen mehr als in der Vorjahresperiode1
auf den ersten Blick ist das besorgniserregend – doch mit den richtigen Massnahmen ist das Risiko gut einzuschätzen und sogar ein Stück weit zu minimieren. Wichtig: Verschliessen Sie nicht die Augen vor der Bedrohung, sondern beschäftigen Sie sich bewusst mit den wichtigsten Entwicklungen.
Täuschend echt
Wenn die KI zum Betrugshelfer wird
Sie verfolgt uns auch hier: die künstliche Intelligenz. Laut dem Portal statista.com wurden im Januar 2025 4'885 Betrugsfälle gemeldet (+30 % vgl. Vorjahr), wovon rund zwei Drittel davon als Betrugsfälle eingeordnet wurden. Kein Wunder: Mit generativer KI lassen sich täuschend echte Fake-Mails, SMS oder Anrufe erstellen – Betrug wird immer
schwerer erkennbar.
Service unavailable
DDoS-Angriffe als zunehmend grosses Problem
Wenn plötzlich die Buchungsplattform einer Airline nicht mehr verfügbar ist oder die Dienste eines digitalen Zahlungsanbieters ausfallen, dann sorgt das nicht nur für genervte Kunden und Kundinnen – es sorgt vor allem auch für grosse finanzielle Ausfälle, teilweise bis hin zu Schäden in Millionenhöhe. Wenn solche Dienste durch Cyberattacken gestört werden, fällt das in den Bereich der sogenannten «Distributed Denial of Service»(DDoS)-Angriffe. Sei es im politischen
oder im wirtschaftlichen Umfeld – DDoS-Angriffe nehmen stetig zu und stellen eine immer grösser werdende Gefahr für systemrelevante Betriebe und Unternehmen dar.
Zugriff verweigert
Erpresst durch Ransomware
Plötzlich sind alle Unternehmensdaten verschlüsselt, der Zugriff auf wichtige Systeme blockiert – und ein Erpresserbrief erscheint auf dem Bildschirm: Wer nicht zahlt, verliert alles. Ransomwareangriffe, also Angriffe mit dem Ziel, Daten zu verschlüsseln und die Opfer damit zu erpressen, gehören mittlerweile zu den lukrativsten Methoden der Cyberkriminellen. Besonders gefährlich: Selbst nach einer Zahlung gibt es keine Garantie, dass die Daten tatsächlich wieder entschlüsselt oder nicht weiterverkauft werden.
Vertraulichkeit verletzt
Mehr als nur ein Leck – Datenklau und Spionage
Ein verlorener USB-Stick, eine ungesicherte Cloud oder ein gehacktes Mitarbeiterkonto – schon können hochsensible Daten in falsche Hände geraten. Unternehmen und staatliche Organisationen stehen zunehmend im Visier von Spionageangriffen, sei es durch organisierte Cyberkriminelle oder staatlich unterstützte Gruppen. Besonders wertvoll: geistiges
Eigentum, Kundendaten oder Betriebsgeheimnisse. Oft geht der Datenklau auch mit einer Erpressung einher – entweder wird bezahlt, oder die Daten werden veröffentlicht.
Business Continuity Management:
Der Teamschlüssel zur Krisenbewältigung
Risiken erkennen, richtig einordnen und im Ernstfall schnell handeln – das
gilt nicht nur für Cyberangriffe. Auch bei Bränden, Naturkatastrophen oder
anderen Notfällen muss ein Unternehmen vorbereitet sein. Das Stichwort:
Business Continuity Management (BCM). Doch viele Firmen verfügen über
keinen klaren Notfallplan, insbesondere bei Cyberattacken. Was tun, wenn
Systeme gesperrt, Telefone tot oder Websites gehackt sind? Wer im Voraus
Strategien entwickelt und Abläufe definiert, minimiert Schäden und sichert
den Geschäftsbetrieb. Und nicht vergessen: Melden Sie Vorfälle – nur so
können Sicherheitsmassnahmen gezielt verbessert werden.
Lesen sie die Aussage unseres Senior ICT Security & Data Protection Professional hier : DU_The N-Way Nr 6.indd